Jetzt wird es richtig heiß für die SG Horstmar/Leer
"Dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer", sang einst Xavier Naidoo. Das ist in den nächsten Tagen auch das Thema der Fußballerinnen der SG Horstmar/Leer. Sie wollen über eine lange und mit Sicherheit intensive Relegationsrunde der Bezirksliga-Vizemeister doch noch den Aufstieg in die Landesliga schaffen. Dazu bedarf es drei Siege – beginnend mit dem Heimspiel am Sonntag gegen den SV Herbern (Anstoß: 15 Uhr, Stadion am Borghorster Weg, Horstmar).
Die SG bringt in dieser Hinsicht Erfahrung mit. In der Vorsaison nahm sie bereits an der Relegation teil. Nach einem Freilos in der ersten Runde und einem 3:1-Heimsieg über den FC Oeding verlor die Mannschaft von Trainer Sascha Kölking das entscheidende Spiel bei SuS Scheidingen mit 0:3.
SG-Stürmerin Michelle Telgmann hat das alles noch genau vor Augen und spricht rückblickend von besonderen Momenten: "Es war klasse, wie wir von den Fans aus Horstmar und Leer unterstützt worden sind. Da hat man gemerkt, welchen Stellenwert unsere Mannschaft im Dorf besitzt. Diesen Status haben wir uns echt erarbeitet." Mit dem Aufstieg in die Kreisliga (2018), dem knapp verlorenen Kreispokalfinale gegen Germania Hauenhorst (2024) und Platz zwei in der Bezirksliga in der Vorsaison schrieben die SG-Fußballerinnen schon tolle Geschichten.
Jetzt sollte eigentlich der Titelgewinn folgen, doch Oeding war in der Punkterunde konstanter und verwies Horstmar/Leer auf den zweiten Platz. Ja, die Enttäuschung sei da gewesen, so Telgmann. Das hätte man an den Ergebnissen in einigen Partien zum Ende der Saison gesehen und gemerkt. "Wir haben jetzt aber wieder Selbstvertrauen getankt. Wenn wir mit unserem Selbstverständnis auftreten, dann können wir auch in der Aufstiegsrunde eine gute Rolle einnehmen. Dass wir Relegationserfahrung aus dem letzten Jahr mitbringen, ist wertvoll", findet die 29-jährige Angreiferin.
Mit 14 Toren ist Telgmann nach Maike Kreimer und Anke Markmann (beide 25 Treffer) die drittbeste Torschützin des Teams. Die Rückennummer neun – die Telgmann hat – weist ihren Träger beziehungsweise ihre Trägerin eigentlich als klassischen Strafraumstürmer aus. Doch so stuft sich Telgmann selbst nicht ein: "Ich bin eher der Typ, der sich fallen lässt und die anderen mit Steckpässen in Szene setzt." Wie viele von diesen Anspielen Erfolge einbrachten, dass weiß die in Bauerschaft Alst groß gewordene Fußballerin nicht. Eines weiß die als Förderschullehrerin arbeitende Telgmann hingegen genau: "Wenn wir unsere Leistungen bringen, dann haben wir durchaus das Niveau, auch in der Landesliga spielen zu können."
Um dahin zu kommen, muss aber dreimal gewonnen werden: Heute gegen Herbern, den Vizemeister der Staffel 4, am Sonntag darauf gegen den TuS Belecke und wieder einen Sonntag später in einem echten Aufstiegsfinale gegen entweder Tura Löhne, GW Hausdülmen oder Germania Salchendorf.
Was alles noch kommen könnte und möglich wäre, das blendet Sascha Kölking aus. Der Coach richtet sein Augenmerk auf das Kräftemessen mit Herbern. Er gibt zu: "Ja, ich bin ein bisschen nervös, aber diese Nervosität will ich in positive Energie umwandeln. In mir kribbelt es schon. Wer mich kennt weiß, dass ich vor jedem Spiel brenne." Am Mittwoch und Freitag wurde turnusgemäß trainiert. Der Fokus lag darauf, Spaß rein- und Spannung rauszubekommen. Fehlen wird nur die verletzte Mittelfeldspielerin Johanna Terkuhlen.
Der SV Herben wurde in der Bezirksliga-Staffel 4 mit 58 Punkten Zweiter hinter dem PSV Bork. Das Team stellt die beste Defensive der Bezirksliga-Staffel 4 und hat in der kompletten Rückrunde nur drei Gegentore kassiert. Führungsspielerin ist Maja Przybilla, die im Mittelfeld die Fäden zieht.

